Wie genau sieht eigentlich eine gesunde Ernährung aus?

Nun zunächst müssen wir bei genauerer Betrachtung, erst einmal zwei wesentliche Dinge von einander unterscheiden.

Gesunde Ernährung

Das Essverhalten – also die Art und Weise, wie wir unsere Nahrung zu uns nehmen.

Die Nahrungsverwertung – also die Verstoffwechselung der zuvor aufgenommenen Nahrung.

Essverhalten:

Das Essverhalten steht an erster Stelle, wenn es um eine gesunde Ernährung geht. Es bildet sozusagen die Basis. Wenn die Art und Weise wie wir essen nicht richtig ist, kann das was wir essen noch so gesund sein, wir werden es nicht in vollem Umfang oder manchmal auch gar nicht nutzen können. Das bedeutet, die gesunden Bestandteile der zugeführten Nahrung werden nur unvollständig oder eben gar nicht verwertet.

Folgende Bestandteile des Essverhaltens gilt es genau wahr zu nehmen und an die eigenen, sowohl körperlichen als auch sozialen Bedingungen anzupassen:

  1. das Kauen
  2. das Einspeicheln
  3. die Zeit
  4. die Umgebung
  5. das Sättigungsempfinden
  6. das Bedürfnis-Empfinden

Ohne die genaue Wahrnehmung, sprich dem bewusst werden und die individuelle Anpassung dieser Bestandteile, ist keine wirklich gesunde Ernährung möglich, egal wie hochwertig die Nahrung auch sein mag, die wir zu uns nehmen.

Das bedeutet: keine vernünftige Basis im Essverhalten – kein vernünftiger Erfolg.

Meine Empfehlung: Hier macht es Sinn, sich für die Anfangsphase professionelle Hilfe zu holen. Denn wer 40 Jahre seines Lebens oder länger ein bestimmtes Essverhalten gepflegt hat, kann dieses in der Regel nicht ohne Hilfe erfolgreich und vor allem dauerhaft ändern. Doch aufgepasst und Vorsicht vor denen, die gleich Empfehlungen geben. Ein erfahrener Mediziner, Gesundheitscoach oder Ernährungsberater wird seine Arbeit immer mit einer Bestandsaufnahme des Istzustandes und der darauffolgenden Analyse beginnen, bevor er zu irgendwelchen Nahrungsmitteln, Diäten oder ähnlichen Dingen rät bzw. davon abrät.

Nahrungsverwertung:

Die Nahrungsverwertung steht an zweiter Stelle einer gesunden Ernährung. Hier gilt es herauszufinden, wie die zugeführte Nahrung von unseren Organen aufgenommen und verstoffwechselt wird. Dafür werden verschiedene Analyseverfahren angewendet. Diese Arbeit wird oft unterschätzt und von vielen in der Branche erst gar nicht gemacht. Wie wichtig dies jedoch ist, zeigt folgendes Beispiel.

Wenn wir z.B. immer wieder Nahrungsmittel verzehren, die uns zwar schmecken, die unser Stoffwechsel aber nicht adäquat verstoffwechseln kann, kann es sein, dass er diese in Fett umwandelt und speichert. Ebenso kann es sein, dass verschiedene Nahrungsmittel in bestimmter Kombination und/oder zur falschen Zeit verzehrt, die gleichen Auswirkungen, wie eben genannt, haben. Es kann auch sein, dass dadurch bestimmte hormonelle oder biochemische Vorgänge im Körper so gestört werden, dass diese krank machen und/oder zu Übergewicht führen.

Folgende Bedingungen der Nahrungsverwertung gilt es demzufolge zu analysieren und an die eigenen, körperlichen Bedingungen anzupassen:

  1. was wird gegessen
  2. wann wird gegessen
  3. in welcher Kombination wird gegessen
  4. unter welchen Rahmenbedingungen wird gegessen
  5. was wird verstoffechselt
  6. wie wird verstoffechselt
  7. welche Reaktionen sind spürbar
  8. welche Reaktionen sind messbar
  9. welche Symptome falscher Ernährung sind bereits bekannt
  10. welche Informationen liefern uns die Abfallprodukte

Das bedeutet: keine vernünftige Nahrungsverwertung – kein vernünftiger Erfolg.

Erfolg:

Den Erfolg können wir natürlich nur messen, wenn wir ein klares Ziel haben.

Ist es unser Ziel, möglichst oft und so lange wir können alles zu genießen, was wir uns leisten können, dann brauchen wir uns um eine gesunde Ernährung nicht zu kümmern.

Ist es aber unser Ziel, möglichst lange zu leben und ebenso lange fit und leistungsfähig zu sein, dann ist eine gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil, dieses Ziel zu erreichen.

Fazit:

Eine wirklich gesunde Ernährung können wir nur praktizieren, wenn wir uns durch eine entsprechende Wahrnehmung / Analyse der oben genannten Punkte bewusst werden und diese dann entsprechend anpassen. Dazu bedarf es  Zeit und Arbeit, die wir nur schwer aufbringen, wenn wir noch im aktiven Arbeitsprozess stehen. Deshalb sollten wir uns, in den Dingen die wir selbst nicht können, Hilfe holen oder wir lernen sie [das gilt übrigens nicht nur für eine gesunde Ernährung]. Tun wir das nicht rechtzeitig, ist es in der Regel zu spät. Dann können wir nur noch auf die Auswirkungen reagieren, die unsere ungesunde, falsche Ernährung dann zeigt.

Aller spätestens mit 40, wenn unsere Organfunktionen Jahr für Jahr spürbar abnehmen, sollten wir unsere Prioritäten überdenken, neu ordnen und etwas tun, wenn wir möglichst fit und beschwerdefrei alt werden wollen. Machen wir das nicht und verlassen uns darauf, dass uns die Nahrungsmittelindustrie schon nichts andrehen wird, was schädlich für uns ist und/oder dass uns der Arzt mit Medikamenten hilft, auftretende Beschwerden zu unterdrücken, dann sind wir auf dem falschen Weg.

Statistisch gesehen, gehen wir momentan genau in diese Richtung.

 

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